Veganismus - Wie kann ich meine veganen Werte auf meinen Kleiderschrank übertragen?

24. Juli 2020 12:00 • Catalina Biemans

Veganismus - Wie kann ich meine veganen Werte auf meinen Kleiderschrank übertragen?

Vegane Lebensmittel zu erkennen ist mittlerweile ein "Kinderspiel": "Vegan" ist gekennzeichnet und der Verbraucher kann sicher gehen, dass dieses Nahrungsmittel frei von Tierleid ist. Doch wer den Veganismus auf das gesamte Leben übertragen möchte, muss sich leider nicht nur mit seiner Ernährung, sondern auch mit seinem Kaufverhalten für Kleidung auseinandersetzen. Und dies gestaltet sich schwieriger als der Lebensmittelkauf. Oft stößt man erst nach dem Kauf auf versteckte Umwelt- und Tierleidsünden, mit denen man gar nicht gerechnet hatte. Mit diesem Blogbeitrag wollen wir euch helfen, dies zu vermeiden. Außerdem diskutieren wir, ob vegane Kleidung wirklich umweltfreundlich ist.

 

Baumwolle, Leinen, Bambus - alles vegan?

Da alle diese Materialien (und weitere, wie z.B. Hanf, Tencel/Lyocell und Modal) pflanzlichen Ursprungs sind, sollte man meinen, dass diese automatisch auch vegan sind. Leider ist das bei den daraus hergestellten Kleidungsstücken häufig nicht der Fall, da im Produktionsprozess Details wie Knöpfe aus Perlmutt oder Applikationen aus Leder angebracht werden, die auf den Etiketten nicht genauer aufgeführt werden müssen. Manchmal enthalten auch die Farben Stoffe tierischen Ursprungs.

 

Veganes Leder - worauf du achten solltest

Seitdem Veganismus ein Trendthema geworden ist, gibt es einen ordentlichen Zuwachs an veganen Lederalternativen. Klingt erstmal ziemlich gut, oder?

Leider bestehen diese Alternativen zu einem Großteil aus PVC, einem Plastik. Dieses setzt bei der Produktion Giftstoffe frei, verliert Mikroplastik, das in die Ozeane gelangt und lässt sich meist nicht recyceln. Also doch nicht so umweltfreundlich. 

Es gibt aber auch andere Alternativen; Piñatex, Kaktusleder, Apfelleder oder Pilzleder zum Beispiel. An diesen Materialien muss jedoch noch etwas gearbeitet werden, um sie genauso robust und langlebig wie tierisches Leder zu machen.

 

Mehr dazu findest du in unserem Blogbeitrag Warum vegane Mode nicht unbedingt nachhaltig ist. 

 

Veganismus und Nachhaltigkeit

Vegan bedeutet also nicht automatisch nachhaltig. Bei vielen Produkten läuft es darauf hinaus, dass du entweder Veganismus oder Nachhaltigkeit priorisieren musst. Wenn du dich aber nicht zwischen beiden entscheiden möchtest, solltest du Wert auf biologische und ökologische Produktion legen. Wir können dir folgende Tipps mitgeben, um es dir selber etwas einfacher zu machen, den Urwald der Fair Fashion Industrie zu navigieren:

 

  1. Ein guter Weg Marken zu finden, die tatsächlich vegan sind, ist zu checken, ob sie mit dem PETA-approved Siegel versehen sind. Oder du kannst einfach den Vegan-Filter in unserem Store auswählen ;)
  2. Kaufe statt veganem Leder aus PVC lieber Kork. Wie bereits erwähnt sind auch andere natürliche und umweltfreundliche Materialien wie Piñatex oder Kaktusleder tolle Lederalternativen, jedoch sind diese (zumindest bis jetzt) noch nicht so langlebig wie tierisches Leder. 
  3. Wenn du doch noch nicht ganz auf Leder verzichten möchtest, kaufe Second-Hand-Leder statt Kunstleder. So kannst du die Langlebigkeit von „echtem“ Leder genießen, aber trägst zumindest nicht weiter finanziell zur Lederproduktion bei. 
  4. Bei Allem gelten Vivian Westwoods berühmte Worte „Buy less. Choose well. Make it last.“ Wenn du auf langlebige Produkte setzt, trägt das auf Dauer viel mehr zur Erhaltung unseres Planeten bei, als wenn du die weitere Produktion - selbst von nachhaltigen und veganen Produkten - zu fördern. 

 

Quellen:

https://www.peta.de/vegane-kleidung

 

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Kategorie: Project Cece