Ist Polyester nachhaltig (Und was ist Polyester eigentlich?)

13. Februar 2019 08:00 • Melissa Wijngaarden

Ist Polyester nachhaltig (Und was ist Polyester eigentlich?)

Polyester ist einer der meist verwendeten Materialien in der Modebranche. Der Stoff wird in vielen verschiedenen Artikeln in allen Kategorien von Oberbekleidung über Sportartikel und Unterwäsche verwendet. Ihr habt es wahrscheinlich schon selber gemerkt, Polyester ist sehr beliebt, auch, weil es billig zu produzieren ist und sich gut als Ersatz für teurere und hochwertige Materialien verwenden lässt.

Aber was macht Polyester aus? Eine Substanz auf Ölbasis. Trotzdem kann der Stoff auch positive Aspekte aufweisen. Im heutigen Blog stellen wir die Vor-und Nachteile gegenüber. So kannst du selber entscheiden worauf du beim Kauf deiner Kleidung achten kannst.

Was ist Polyester?

Polyester ist der Oberbegriff synthetische Polymere, die in viele verschiedene Textilarten vorkommen. Basis ist das thermoplastische Polyethylenterephthalat welches du vielleicht als PET kennst. Jedes bekannte Material aus dem Plastikflaschen, Plastiktüten und auch Kleidung gemacht ist!

Wie wird Polyester hergestellt?

Polyester resultiert aus einer chemischen Reaktion zwischen Ethylenglykol, einer Substanz auf Ölbasis, und Terephthalsäure. Dadurch entsteht ein flüssiger Kunststoff, der zu Filamenten gepresst und dann zu Garn gesponnen wird. Dieses Video zeigt den Prozess sehr anschaulich (einschließlich  „Partymusik").

 

Vorteile von Polyester:

  • Polyester knittert nicht und muss daher nicht gebügelt werden, dies spart Strom.
  • Polyester ist leicht zu reinigen und muss nicht heiß gewaschen werden.
  • Polyester ist nicht biologisch abbaubar, kann heutzutage aber einfach in gleiche Qualität recycelt werden.

Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der umweltschädlichen Auswirkungen eines Kleidungsstücks nach dem Kauf auftritt, könnte Polyester theoretisch ziemlich langlebig sein.

Nachteile:

  • Der Rohstoff für Polyester ist Öl, eine extrem Umwelt- und Klimaschädliche Ressource die nicht unendlich auf diesem Planeten vorhanden ist.
  • Polyester ist schwer zu färben und benötigt daher viel Wasser und Chemikalien (obwohl es mittlerweile Färbeprozesse ohne Wasser gibt).
  • Auch recyceltes Polyester hat in Bezug auf Nachhaltigkeit immer noch negative Aspekte denn Polyester setzt beim Waschen Mikroplastik frei. Diese Mikroplastikteilchen sind extrem klein und haben einen großen Einfluss auf die Umwelt, Tiere und sogar unseren Körper (Für mehr Informationen siehe unseren Blogpost über Mikroplastik)

Alles in allem wiegen die Nachteile für Polyester derzeit schwerer als die Vorteile. Das Material muss im weiteren Produktionsprozess wesentlich nachhaltiger werden, bevor es die Verwendung von Öl rechtfertigen kann. Fast Fashion hat zudem dafür gesorgt, dass die Qualität von Polyester immer niedriger wird. Das Material verschleißt und verblasst schnell und wird so schneller aussortiert. Im Moment können wir Polyester nicht als nachhaltiges Material betrachten, aber vielleicht wird dies in einigen Jahren anders sein: Eine strengere Regulierung (und Kontrolle) in der Ölindustrie, der Einsatz nachhaltiger Färbeverfahren und ein stärkerer Fokus auf Qualität würden den Stoff langlebiger machen. Wir hoffen, dass dies schnell geschehen wird, denn laut Greenpeace wird sich der Einsatz von Polyester in der Kleidung bis 2030 noch verdoppeln.

 

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Kategorie: Wissen

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